Idyllisch

am Lippesee gelegen, war es lange still um den Holthof.

Die Situation

Jahre des Kiesabbaus haben den Lippesee zum größten See im Umland von Paderborn gemacht. Während am Nordufer bereits mehrere Einrichtungen die Ausflugsgäste herbeilocken, liegt das Südufer bisher in einem Dornröschenschlaf. Die Umlegung und Renaturierung der Lippe schaffen ein Gebiet von großem Wert für Natur und Naherholung. Durch einen lippebegleitenden Fuß- und Radweg, der seit 2007 existiert, wird dieser Bereich auch für die Öffentlichkeit erschlossen. Eine Brücke ermöglicht den direkten Zugang zum See.

Auf Höhe dieser Brücke stehen noch die Reste des Holthofes, eines einst bedeutenden Gutshofes. Neben Wohngebäuden, Stallungen und einer Scheune aus den 60er-Jahren ist noch der alte Schafstall von 1735 erhalten. Für ein Gebäude dieser Bestimmung ungewöhnlich groß und aufwändig errichtet, ist es jedoch heute in einem Zustand, der Handeln erfordert. Nach langjähriger Suche hat die Stadt Paderborn nun einen Investor gefunden, der nicht nur den bestehenden Holthof erhalten will, sondern noch ein weiteres imposantes Fachwerkgebäude aus Delbrück aufbauen wird.

Die Idee

Familie Hülsemann hat vor 15 Jahren bereits in Lippstadt einen Hof aus mehreren Fachwerkgebäuden erbaut. Der Hülshoff ist mit etwa 400 Sitzplätzen als Veranstaltungshaus, aber auch für gute à la carte Küche und erlebnisreiche Ausflugsgastronomie bekannt. Zuletzt ergänzten noch sechs individuelle Hotelzimmer das breite Angebot. Den Lippstädter Erfolg im Rücken suchten sie einen attraktiven Bauplatz, den Paderborner Raum um eine ähnliche Attraktion zu bereichern. Mit gastronomischem Weitblick brachte die Stadtverwaltung und das Liegenschaftsamt diese nicht unproblematische Immobilie ins Gespräch. Zusammen mit dem bestehenden Holthof soll der Wassmannshof aus Delbrück restauriert und auf dem Gelände wiederaufgebaut werden. Die Besonderheit dieses Projektes besteht in dem vollständigen Erhalt der Gebäude in ihrer historischen Form. Da die Versorgungsanlagen wie Küche und Toiletten in ein Verbindungsgebäude ausgelagert sind, bleiben beide Gebäude in gesamter Größe für die Gäste erlebbar.

Viel zu tun!

Bauherr Friedrich Wilhelm Hülsemann spricht mit leitendem Zimmermann Dieter Klaus.

Eindrucksvoll

war der große Schafstall schon zu Bauzeiten. Heute ist er ein einzigartiges Baudenkmal

Der Holthof

Erbaut 1735 als Schafstall des bedeutenden Holthofes hat er die wechselvolle Geschichte dieser Hofstelle als einziger überstanden. Trotz der Nutzungsänderungen zum Bullenstall und später zum Lagergebäude ist die einzigartige Architektur dieses Gebäudes weitgehend erhalten geblieben. Die Nutzung der heutigen Nordwand als Silo und das vollständige Entfernen einer der  inneren Ständerreihen im Erdgeschoss machten eine Reparatur mit neuem Holz erforderlich. Die jetzige Ostwand war durch den Wettereinfluss stark beschädigt und wurde schon vor einigen Jahren komplett ersetzt, ohne bauzeitliche Details, wie etwa den Ausgang für die Schafe, zu ersetzen. Die für eine Nutzung ungünstige Lage wie auch die Ausrichtung der attraktiven Torseite nach hinten haben Familie Hülsemann veranlasst das Gebäude um 180° zu drehen und leicht zu versetzen.

Gastronomisch dient der ehemalige Stall jetzt als Veranstaltungshaus. Da er Stall ursprünglich völlig frei von Innenwänden war, erschien diese Nutzung naheliegend. Im Erdgeschoss und den beiden Abseiten im ersten Geschoss finden mindestens 300 Personen komfortabel Platz. Dazwischen bleibt die 29 Meter lange Deele über beide Etagen bis zur Decke geöffnet, und präsentiert ein großzügiges Raumgefühl für feierliche Anlässe.

Der Wassmannshof

Viel Holz

verwendete der Bauherr zu einer Zeit, als sonst nur noch „Sparfachwerk“ angesagt war.